Systemische Therapie geht davon aus, dass Menschen immer in Beziehung leben – zu anderen, zu sich selbst und zu ihrer Umwelt. Schwierigkeiten entstehen dabei selten isoliert. Sie entwickeln sich innerhalb bestimmter Dynamiken, Muster oder (gesellschaftlicher) Zusammenhänge. Gleichzeitig liegen in diesen Kontexten auch mögliche Lösungsansätze.
Indem diese Zusammenhänge, die sich häufig wie ein wirres Wollknäuel anfühlen, gemeinsam betrachtet und besser verstanden werden, können sich neue Handlungsmöglichkeiten eröffnen. Veränderung wird dabei nicht durch Druck angestoßen, sondern kann durch, Reflexion, Erkenntnis, fühlen, wahrnehmen und neue Perspektiven wachsen.
Neben dem, was belastet oder als problematisch erlebt wird, richte ich die Aufmerksamkeit vor allen Dingen auf das, was stärkt: auf vorhandene Fähigkeiten, hilfreiche Erfahrungen sowie auf innere und äußere Stärken und stärkende Menschen, Dinge und Tätigkeiten, die Sie / Du / Ihr mitbringt.
In der systemischen Therapie gelten Klient*innen als Expert*innen ihrer eigenen Lebensrealität. Der therapeutische Prozess wird gemeinsam und auf Augenhöhe gestaltet. Sie / Du / Ihr bringt Wissen über das eigene Leben, Erfahrungen und Bedürfnisse ein und ich mein fachliches und therapeutisches Erfahrungswissen.
Zudem zeichnet sich meine Arbeitsweise durch eine traumasensible therapeutische Haltung aus. Traumasensible Therapie bedeutet für mich das Bewusstsein dafür zu haben, dass viele psychische Belastungen und Probleme – ebenso wie eine Reihe körperlicher Beschwerden – in Zusammenhang mit belastenden oder traumatischen Lebenserfahrungen stehen können. Diese müssen nicht immer eindeutig als „Trauma“ benannt oder erinnert sein, um dennoch nachhaltige Auswirkungen auf Erleben, Fühlen und Verhalten zu haben.
Es geht mir nicht darum, Erlebtes zu forcieren oder „durchzuarbeiten“, sondern darum, Sicherheit, Stabilität und Orientierung zu unterstützen. Das individuelle Tempo, persönliche Grenzen und Selbstbestimmung stehen dabei im Mittelpunkt. Symptome verstehe ich als Zeichen, die meist auf eine sinnvolle Schutz- und Anpassungsreaktionen auf überwältigende Erfahrungen hinweisen – nicht als Zeichen von Schwäche oder Fehlfunktion.
Diskriminierungssensibel bedeutet für mich, mir in meiner therapeutischen Arbeit bewusst zu sein, wie sehr Diskriminierungserfahrungen unsere Lebensrealitäten prägen und auch unterscheiden. Ich beschäftige mich seit vielen Jahren mit vielen unterschiedlichen Diskriminierungserfahrungen. Solchen, die ich selbst erlebe – die Diskriminierung als Frau und als queere Person – aber auch solchen, die nicht ich, sondern meine Klient*innen und Menschen in meinem Umfeld erfahren müssen und mussten, insbesondere Rassismus und Transfeindlichkeit.
Mit systemischen, traumatherapeutischen und körperorientierten Methoden und einem dsirkiminierungs- und machtkritischen Blick können wir uns gemeinsam auf den Weg machen.
